Über alle Maaßen

Der deutsche Fall Maaßen zeigt, dass Politiker den Gerechtigkeitssinn ihrer Bürger ernst nehmen sollten.

Ich habe übers Wochenende einen Flug über die Grenzen gemacht – zu euren deutschen Nachbarn. Der Fall Maaßen erschüttert das ganze Land. Diese Politposse spielt zwar auf der deutschen Bühne, aber sie könnte überall stattfinden. Der Chef des deutschen Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, ist immer wieder durch Äußerungen mit massivem Rechtsdrall aufgefallen. Die Politik musste was tun – bloß was? Die überforderte Große Koalition fand den kleinsten gemeinsamen Nenner darin, Maaßen zum Staatssekretär im Innenministerium zu befördern, ursprünglich sogar inklusive Gehaltsaufbesserung. Mehr hat's nicht gebaucht. Das verstand keiner: Wer etwas verbockt, wer nicht mehr vertrauenswürdig ist, wer dem rechten Gesocks Rückenwind verschafft, muss weg – und nicht hinauf.

Der öffentliche Druck war schließlich so groß, dass am Wochenende eine neue Lösung aus dem Hut gezaubert wurde. Jetzt wird Herr Maaßen Sonderbeauftragter im Innenministerium. Ein Abstieg ist das auch nicht gerade. Und das fatale Signal, dass in Deutschland sogar neue Posten für jene erfunden werden, die sich mit rechtslastigen Äußerungen vergreifen.

Eines können Politiker lernen, die diesem Drama aus dem Ausland erste Reihe fußfrei zuschauen: Die Bürger haben ein feines Gespür für Gerechtigkeit, für Fairness, für Moral. Sie wollen nicht, dass es sich "die da oben" richten, während sie für jeden Fehler gerade stehen müssen. Liebe Politikerkaste – unterschätzt die Wähler nicht, meint

Euer Rabe

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Abgerufen am: 18.10.2018