Tauglich

Politik muss keine Weltwunder vollbringen. Es reicht, wenn sie halbwegs tauglich ist. Doch nicht einmal das ist selbstverständlich.

Immer wieder liest man von Politik, sie sei entweder Enkel-tauglich oder Familien-tauglich oder sonst irgendwie tauglich. Dieses Attribut ist eigentlich ein Unsinn – denn untaugliche Politik dürfte es gar nicht geben. Es müsste selbstverständlich sein, dass nur Taugliches auf die Bürger losgelassen wird.

Müsste. Doch die Realität ist eine andere. Ihr braucht nur an die ewige Hickhack-Politik der inzwischen zum Glück ausgemusterten Großen Koalition zurückzudenken. Inzwischen scheint allerdings die Opposition diese Rolle übernommen zu haben – denn egal, was die Bundesregierung macht, alles wird in Grund und Boden kritisiert. Keine neuen Schulden – was für ein Skandal! Dreizehn neue Lehrberufe – warum nicht vierzehn! Ein Standortpaket für Betriebe und Arbeitsplätze – alles nur ein Kniefall vor dem Kapital! Diese billigen Reflexe werden auf Dauer, mit Verlaub: langweilig.

Ein Musterbeispiel für Untauglichkeit ist die Panik beim Diesel. Alle Diesel-Käufer verließen sich jahrelang auf den hochoffiziellen Segen staatlicher Prüfstellen – und jetzt soll der Diesel an allem Schuld sein. Dass Dieselfahrzeuge weniger verbrauchen, die bessere CO2-Bilanz haben, sich weiterentwickeln – das wird alles ignoriert. Ein bisserl Augenmaß und Hausverstand wäre angebracht – und eine Ökoprämie für Uralt-Diesel ein guter Anfang.

Politik muss keine Weltwunder vollbringen. Es reicht, wenn sie halbwegs tauglich ist. Das muss doch hinzukriegen sein, meint

Euer Rabe

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Abgerufen am: 21.09.2018