Stabhochsprung

Knapp vorbei ist auch daneben – das gilt auch für die Politik.

Es stimmt nicht, dass die Große Koalition seinerzeit gar nichts getan hat. Aber es ist wie bei einem Stabhochspringer: Auch bei diesem reicht guter Wille nicht. Einen Stabhochspringer fragt am Schluss keiner, ob er einen oder zehn Zentimeter unter der Latte geblieben ist. Verpasst ist verpasst. Das ist vielleicht der größte – und der entscheidende – Unterschied zur jetzigen Regierung. Die aktuellen Koalitionspartner halten sich nicht mit gegenseitigen Sticheleien auf, sondern verwenden ihre Energie dafür, die von ihnen selbst gesetzten Ziele zu erreichen.

Das hat etwas Unternehmerisches. Auch Unternehmer stecken sich ihre Ziele selbst und versuchen Tag für Tag, ein Stückchen besser zu werden. Auch Unternehmer können sich nicht trösten, dass der Umsatz super war – wenn dabei ein Verlust herausgekommen ist. Unternehmer ziehen dann folgende Schlüsse: Gut, wir haben uns angestrengt – hat aber nicht gereicht. Wenn wir es ein zweites Mal gleich machen, wird es wieder nicht reichen. Also gilt es, falsche Wege als falsch abzuhaken. Diese Konsequenz ist auch der Politik zumutbar. Und diese Einstellung sehe ich derzeit weitaus stärker als es beim müden Pärchen SPÖ und ÖVP jemals erkennbar war, in den letzten Jahren schon überhaupt.

Es mag schon sein, dass es viele im Land irritiert, wenn sich Dinge ändern. Aber die ganze Welt ändert sich – da ist es schon gut, dass die Politik mitdenkt. Stillstand ist Rückschritt, auch wenn das viele nicht gerne hören, meint

Euer Rabe

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Abgerufen am: 19.06.2018