Danke, Donald!

Donald Trump würde Europa am liebsten scheitern sehen. Vielleicht ist gerade das der Weckruf, den die EU jetzt braucht.

Vielleicht werden einmal die Europäer ausgerechnet Donald Trump dankbar sein. Warum? Weil es bislang nichts genützt hat, dass Europa-Befürworter die gemeinsame Idee verteidigt haben. Weil es auch nichts ausgemacht hat, dass ein Wladimir Putin seit langem still und heimlich an den Grundfesten der EU sägt. Weil erst seit der unverhohlen plumpen Art von Trump klar ist: Ein zerstrittenes, schwaches Europa ist der größte Segen für alle anderen. Die Großen dieser Welt können leicht einzelne Nationalstaaten in die Knie zwingen, beißen sich aber an einem geeinten Europa mit seiner gesammelten Wirtschaftskraft die Zähne aus.

Der Choleriker Trump öffnet jetzt auch kritischen Europäern die Augen – selbst wenn er sich zwischendurch kuschelweich gibt. Langsam wird klar, was passieren würde, wenn der europäische Gedanke durch Klein-Klein nach den Vorstellungen von LePen, Farage, Wilders und Co ersetzt werden würde.

Nutzt diesen schrillen Weckruf und macht es endlich richtig: Selbstbewusst – wartet nicht immer mit treuherzigem Dackelblick auf amerikanische Schützenhilfe; effektiv - schaut aufs Große und nicht auf Duschköpfe, Staubsauger und Allergen-Speisekarten; und mit Augenmaß - setzt in der Flüchtlingspolitik auf die Kraft der Mitte, also weder sperrangelweit offene Haustüren noch überzogene Festungs-Politik.

Europa hatte noch nie bessere Chancen, die (eigene) Zukunft zu gestalten. Vermasselt es jetzt bloß nicht, meint

Euer Rabe

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Abgerufen am: 21.09.2018