18 Jahre

Manche Verfahren dauern fast zwei Jahrzehnte. Wie ist es bloß möglich, derart viel Zeit zu verplempern?

 

Immer wieder kommen Verfahrensdauern ans Licht der Öffentlichkeit, über die alle nur den Kopf schütteln. Es sind nicht nur Mega-Verfahren wie die Entscheidung um die dritte Piste beim Flughafen Wien, bei der seit 18 Jahren die Aktenberge von einem Gericht zum anderen gewälzt werden. Für die Umweltverträglichkeitsprüfung hat der Flughafen zehn Tonnen Papier eingereicht, inklusive Gutachten und Stellungnahmen umfasst der Akt 30.000 Seiten. Allein an Kopierkosten ist eine Million Euro angefallen – sehr umweltfreundlich, oder? Alles in allem wird das Verfahren um die dritte Piste an die 100 Millionen Euro kosten. Die Betreiber müssen abgesehen von den monströsen Kosten mit einem ständigen Heiß-Kalt zurechtkommen. Oder mit anderen Worten: Mit der völligen Unplanbarkeit.

Wer glaubt, das könne nur bei einem Mega-Projekt passieren, irrt. Ein Beispiel aus Innsbruck zeigt, dass Verwaltung und Justiz derartige Verfahrensdauern auch bei vergleichsweise winzigen Entscheidungen hinbekommen: Die SOWI-Apotheke muss nach 18 Jahren Verfahren schließen und zur Kenntnis nehmen, dass sie nach Ansicht der Gutachter zu wenig Kunden hat.

18 Jahre! Das ist ein halbes Erwerbsleben. In dieser Zeit werden Kinder groß gezogen und erreichen die Volljährigkeit. Ein Tourismusbetrieb hat in 18 Jahren seine Zimmer zum dritten Mal renoviert. Oder mit anderen Worten:

Euer Rabe

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Abgerufen am: 11.12.2017