Schnittpunkte

Alle lieben Tradition und Handwerk. Doch die Politik macht den Betrieben das (Über)Leben verdammt schwer.

 

Wenn es um Traditionsbetriebe, Ursprünglichkeit und Regionalität geht, sind eh alle derselben Meinung? Weit gefehlt! Bei diesem Thema gibt es zwei völlig entgegengesetzte Bewegungen:

Bewegung 1: Alte Handwerkskunst, traditionelle Techniken und überlieferte Methoden liegen voll im Trend. Lifestyle-Magazine entdecken den Reiz des Ursprünglichen, die Kraft jahrhundertealter Rezepte und Produkte. Wer kann, leistet sich Handarbeit, zumindest ausgewählte Stücke. Auch die Jungen erkennen die Wertigkeit und Vielfalt von Handwerk und Meisterqualität. Und in Politikerreden dürfen glühende Bekenntnisse zu Regionalität und Tradition ohnehin nicht fehlen.

Bewegung 2: Viele Tiroler Traditionsunternehmen kämpfen mit der erdrückenden Konkurrenz von Billigwaren und Großkonzernen, ächzen unter steigenden Auflagen und müssen zusehen, wie ein ansehnliches Brutto zu einem kläglichen Netto zusammen schmilzt. Die Gesetze werden ständig komplizierter – und potenzielle Nachfolger winken dankend ab. Kleinbetriebe schielen neidisch auf die Bauern, die sich viel Bürokratie durch einfache Pauschalierungen ersparen.

Die Linien dieser beiden Strömungen treffen sich an einem Schnittpunkt. Hoffentlich kommt dieser an einer Stelle zu liegen, an der es noch genügend Traditionsbetriebe für die aktuellen Konsumententrends gibt. Eure Politik hat es in der Hand, so weit an den Rahmenbedingungen zu schrauben, dass das alte Handwerk eine Überlebenschance hat, meint

Euer Rabe

@

Bitte geben Sie die abgebildeten Zeichen ein.
Bitte geben Sie die abgebildeten Zeichen ein.
neu laden

Mehr vom Raben

Die Kammern zu kritisieren, ist derzeit offenbar modern. Oft sind die Beweggründe dafür…

Manche Verfahren dauern fast zwei Jahrzehnte. Wie ist es bloß möglich, derart viel Zei…

Die laufende Debatte über die Kammern lässt sich mit einem Satz beantworten: Profession…

http://www.rabe.co.at/
Abgerufen am: 11.12.2017