Die Arbeiterkammer hatte wieder einmal Vollversammlung. Und sie hat dabei voll zugelangt. Allerdings voll daneben. Es ist nämlich unter anderem um miese Chefs gegangen. Und dabei war sich die Arbeiterkammer nicht zu blöd, folgendes als "übliches Sündenregister" zu zitieren: "Überstundenzuschläge oder sonstige Zulagen werden nicht ausbezahlt; Mehrarbeitszuschläge von Teilzeitbeschäftigten bleiben unberücksichtigt; Mitarbeiter werden ... über EDV-Systeme oder mittels Video überwacht etc. etc.
NICHT zitiert hat die AK natürlich auch diesmal, dass 99,9 Prozent aller Tiroler Chefs Zuschläge und Zulagen ebenso wie die Löhne selbst ordnungsgemäß auszahlen und sich NICHT aufführen wie die Stasi in der Ex-DDR.
Ich sage als Rabe jetzt ausnahmsweise etwas, um zu zeigen, wohin das führen würde, wenn sich auch die Wirtschaftskammer auf diese Schiene begeben würde: "Natürlich gibt es in den Tiroler Betrieben auch Mitarbeiter, die unpünktlich sind, die ihre Arbeit schleißig erledigen, die einen unfreundlichen Umgang mit Kunden haben und die besser einen anderen Job gelernt hätten." Aber wisst ihr, warum die Wirtschaft nie davon redet? Weil das verschwindend wenige Einzelfälle sind, über die es sich nicht lohnt, ein Wort zu verlieren. Die Betriebe sind stolz auf ihre Belegschaft und möchten mit einzelnen Ausreißern kein böses Blut machen. Ich habe in diese unterste Schublade heute einmal testhalber gegriffen. Die AK hingegen greift in diese unterste Schublade andauernd und kramt daraus mit Genuss Ausnahmen hervor, die sie als Regel darstellt.
Hört endlich damit auf, die einzelnen miesen Chefs, die es genau so wie einzelne miese Mitarbeiter gibt, dauernd auszubreiten und auch noch auf der Seite 1 eurer AK-Zeitung als Beispielfall darzustellen. Das verschlechtert die Leistung, vergiftet das Klima, vermiest das Miteinander - und verdirbt letztendlich auch noch den Charakter, meint
Euer
Rabe
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