Friedenselixier

Die Wirtschaft verbindet – sie ist ein hochwirksames Friedenselixier und kein Kampfstoff.

Letzte Woche war Cecilia Malmström zu Besuch in Innsbruck. Das war erfrischend. Denn wer der quirligen Kommissarin für Handel zuhörte, musste danach einige seiner schön zu Recht gelegten Vorurteile begraben. Die EU wird ja gerne als völlig abgehobene Tintenburg in Brüssel eingestuft. Sicher, ein bisschen ist die EU schon selbst Schuld, wenn sie sich öffentlich mit Randthemen wie Duschköpfe, Staubsauger und Sommerzeit beschäftigt. Cecilia Malmström vermittelte hingegen glaubhaft das Gefühl, dass die Union lernfähig ist und dass ihr Klein- und Mittelunternehmen, faire und transparente Abkommen sowie europäische Werte ein echtes Anliegen sind.

Die Österreicher hatten sich speziell bei TTIP und CETA einen Namen dafür gemacht, zu allererst einmal "Nein" zu sagen. Oft wird unpassender Weise gerade die Wirtschaft zum Schauplatz ideologischer Gefechte, die mit entsprechenden Nebelgranaten geführt werden. Umfragen haben gezeigt, dass bei 99 Prozent der Menschen die Begriffe "Export" oder "Import" positiv belegt sind. Sagt man zum gleichen Sachverhalt "Freihandel", gehen die roten Lichter an und die "Brauchen-wir-nicht"-Keule wird ausgepackt.

Dabei hätten es die vielen mittelständischen Betriebe in Tirol, also eben genau die so oft kritisierte "Wirtschaft", verdient, dass ihre zentralen Themen sachlich diskutiert werden, anstatt von vorne herein reflexartig verteufelt zu werden. Wirtschaft ist ein Friedenselixier, kein Kampfstoff, meint

Euer Rabe

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Abgerufen am: 19.10.2018